CAcert - Sicherheit muss nicht teuer seinMöhrenfeld |
Sunday, June 26. 2005CAcert - Sicherheit muss nicht teuer seinTrackbacks
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Hmm, wie werden falsche Zertifikate verhindert? Ich brauche dazu doch nur eine Gruppe von 2-5 Freunden, die CACert-Assurer werden (was mir im Wesentlichen nach einer Fleißarbeit aussieht), und schon können sie mir falsche Zertifikate ausstellen?
#1
on
2005-06-27 00:08
Domains und Mailadressen müssen erst durch Mailbestätigung aktiviert werden bevor dafür Zertifikate ausgestellt werden können.
Theoretisch kann man natürlich das Web-of-Trust an sich unterwandern, allerdings bei Abuse kann man das dann auch sehr schnell zurückverfolgen, denn irgendwo muss der "Abuser 0" ja mit seinem Namen identifiziert worden sein bevor er sein Netzwerk aufbauen kann. Die entsprechenden Leute werden dann halt gelöscht.
Ja, aber der Angriff, für den ich gefälschte Serverzertifikate brauche, ist ja der Man-in-the-Middle-Attack, und wen ich den implementieren kann, dann ist auch die Mailbestätigung für mich kein Problem. Daß man später den ersten Schwindler herausfinden kann, hilft allenfalls dann für Schadensersatzklagen (sofern man denjenigen zu fassen bekommt). Man sollte sich halt bewußt sein, daß die Sicherheit mit diesen Zertifikaten schwächer ist, da sie solche Angriffe nicht von vornherein ausschließt, sondern nur im Nachhinein die Zertifikatsausstellung zurückverfolgen kann. (Wobei das sicherlich interessant werden kann, wenn das dann über diverse Inseln geht...)
#1.1.1
on
2005-06-27 00:55
Nun wenn du bereits zum Zeitpunkt ein MitM-Problem mit deiner Domain hast wenn du(oder jemand anderes) das Zertifikat beantragst ist das ein Problem, aber dann is das Zertifikat wohl das geringste. Sobald die Domain einmal in deinem Account ist, ist die Sache ja geregelt. Weil wenn du in deinem Account deine Domain registriert hast, kann kein anderer sich die Domain zuordnen. Du kannst extra einen Abuse- oder Dispute-Eintrag auf der Webseite aufmachen, dann wird das nachverfolgt. Und da der Verursacher ja irgendwo letztendlich identifiziert sein muss (oder seine Assurer oder die davor..) kann man das auch irgendwie nachverfolgen.
Jedenfalls letztendlich hat es auch Verisign geschafft, einem Dritten ein Zertifikat für Microsoft auszustellen, ich traue denen jedenfalls auch nicht so viel mehr.
Mein Szenario ist folgendes: Eine fremde Domain hat ein Zertifikat von einer anderen Authorität (Verisign, Thawte oder wer auch immer). Ich hab (durch ein Wunder) auf einmal die Fähigkeit, ein MitM-Angriff auf diese Domain zu starten, d.h. ich kapere die Domain. Jetzt hole ich mir für diese Domain ein Zertifikat von CACert (ich hab Freunde, die dort Assurer sind). CACert sendet zur Domain eine Mail, die ich aufgrund meines Angriffes in die Hände bekomme, und bestätigen kann, womit ich dann ein echtes Zertifikat für meine gekaperte Domain erhalte. Von nun an fallen auch alle meine Besucher darauf hinein und es kann ans Geld verdienen gehen.
Der Zeitpunkt der Beantragung des Zertifikats ist also von mir (dem Angreifer) gewählt. Und das Zertifikat wird seiner Aufgabe, nämlich einen ansonsten erfolgreichen MitM-Angriff zu verhindern, nicht gerecht. Oder was hab ich bei der Prozedur von CACert übersehen? (Ja, die Panne bei Verisign ist ein ernsthafter Sicherheitsbruch, aber keine Erlaubnis für die Authoritäten schlampiger zu arbeiten.)
#1.1.1.1.1
on
2005-06-27 01:34
CAcert garantiert nur, dass die Domain über den Mail-Link authentifiziert ist, das ist richtig, das wird aber auch so kommuniziert. Im Zertifikat ist auch nur der CN enthalten und kein User / keine Organisation. Das ist das einzige Prinzip das automatisiert möglich ist. Für Privatpersonen oder kleine Firmen ist CAcert auf jeden Fall eine Alternative, dort ist die Gefahr auch nicht so hoch das jemand versucht das Zertifikat zu fälschen als z.B. bei amazon oder ähnliches. Im Zweifelsfall muss man das ganze dann rechtlich klären.
Hmm, ich glaube, Du hast mein Szenario falsch verstanden. Ich als Angreifer bediene mich dem Vertrauen der Nutzer (Besucher der Seiten) in CACert-Zertifikate. Welche Autorität die von mir gekaperte Domain zertifiziert hat, ist mir egal. Wenn die Besucher den CACert-Zertifikaten vertrauen, kann ich mit obigem Szenario auch amazon.de, die ja aktuell von RSA Data Security zertifiziert werden, angreifen. Die Schlußfolgerung daraus ist, daß man solchen Zertifikaten nicht trauen darf, was sie im Endeffekt (dann auch für Privatpersonen und kleinere Firmen) wertlos macht.
#1.1.1.1.1.1.1
on
2005-06-27 14:20
Nein ich versteh das schon, und das Szenario ist so auch richtig, allerdings ist es praktisch doch relativ schwer durchführbar. Du müsstest den MX-Eintrag für die entsprechende Domain umstellen ohne das es jemand merkt (was schwierig ist, denn wenn auf einmal keine Mails mehr bei der Firma/der Person ankommen wird man normalerweise schon aufmerksam), du müsstest die Mail abfangen und danach die Domain auf deinen Server umleiten ohne das es jemand merkt. Vorher musst du auch noch das CAcert Web-of-Trust infiltrieren was einigermaßen schwierig ist, da du zumindest am ersten Punkt wo du ansetzt echte Personendaten hinterlegen musst. CAcert hinterlegt auch absichtlich keinen Firmen/Personennamen sondern schreibt nur den Domainnamen ins Zertifikat, genau deshalb weil sie das nicht prüfen können.
Rechtlich darfst du natürlich keine Domain anmelden für die du nicht verantwortlich bist, das hat dann im Betrugsfall Konsequenzen. Ob du trotzdem dem CAcert Zertifikat vertraust oder nicht ist natürlich deine Sache, ich tus jedenfalls. |
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