Wie unter anderem Golem berichtet, hat der bayrische Innenminister Beckstein dem Handelsblatt ein Interview gegeben in welchem er sich für die Filterung von Webseiten ausspricht, welche Anleitungen zum Bombenbau aus Haushaltsmitteln enthalten.
Nun, solche Sprüche sind ja nichts neues, es wird in schöner Regelmäßigkeit versucht, das Internet in Deutschland zu zensieren. Das bietet immer eine gute Gelegenheit, auf die Aktion Informationsfreiheit von odem.org hinzuweisen.
Leider kommen immer mal wieder Politiker auf die Idee, sie müssten mit solchen Vorschlägen und Aktionen auf sich aufmerksam machen. Das so eine Zensur aufgrund der Struktur des Internets sowieso nur für technisch nicht versierte User greifen kann und das meistens tausende unschuldiger Seiten auch davon betroffen sind, das interessiert in dem Falle keinen. Obwohl man sich darüber im Bundestag eigentlich schon einig war.
Anstatt die Leute aufzuklären oder die Verursacher zu belangen wird der Weg des geringsten Wiederstandes gegangen: Was man nicht sieht, das gibt es auch nicht. Noch findet man das teilweise witzig, aber bald kann einem das Lachen vergehen.
Damit wird der Trend fortgesetzt, der mit den Sperrungen von rechtsradikalen Seiten in NRW begonnen hat. Nun werden zwar die armen Bürger von NRW davor bewahrt diese Seiten sehen zu müssen, aber trotzdem ist der Schund noch im Netz, man nimmt ihn nur nicht mehr wahr.
Wenn wir viel Pech haben wird Beckstein ja bald Innenminister, im Kompetenzteam für innere Sicherheit von Frau Merkel ist er bereits. Nach der Wahl kann er sich dann ja daran machen, sein deutsches Intranet zu bauen. Bei den Chinesen kann man sich da gute Tipps abholen. Dann sind wir ja bald vielleicht nicht nur rechtsradikale Seiten und Seiten zum Bombenbau los sondern auch alle anderen Seiten die sich nicht mit der aktuellen politischen Position decken. Dann können deutsche Bürger wieder sicher im D-Net surfen, denn sie wissen: Der Schund ist nur auf der anderen Seite der Mauer.
