China räumt auf. Olympia kommt, die Kritiker müssen gehen. Meistens gehen sie ins Gefängnis. So wie Hu Jia, laut der TIMES einer der einflussreichsten Menschen der Welt. Er wurde zu 3,5 Jahren Haft verurteilt. Weil er die chinesische Staatsgewalt untergräbt. Was dafür nötig war? Eine Handvoll Artikel im Internet und 2 Interviews mit ausländischen Medien.
Hu Jia engagiert sich schon länger für den Umweltschutz und für die AIDS/HIV Aufklärung in China. Das wurde ihm bereits 2006 zum Verhängnis. Er wurde vom chinesischen Staatsapparat entführt und einen Monat später auf einer Straße ausgesetzt, Kilometer von seiner Heimat entfernt. Seine Frau Zeng Jinyan startete in dieser Zeit ein Blog, wofür sie sich natürlich auch eine Menge Ärger eingehandelt hat. Sie wurde ab diesem Zeitpunkt ebenfalls beobachtet.
Noch 2006 wurde Hu Jia dann unter Hausarrest gestellt. Sein Einsatz für Umweltschutz und AIDS kam damit praktisch zum erliegen. Doch Hu Jia gab nicht auf. Er verfügte noch über Zugang zum Internet und er benutzte diesen, um sich für andere verfolgte Aktivisten einzusetzen und deren Fälle zu verfolgen.
Im Dezember 2007 wurde Hu Jia dann erneut entführt. Zheng Mingfang, eine fast blinde Freundin der Familie, ging für ihn auf die Straße und sammelte Unterschriften für seine Freilassung.

Auch sie wurde vor kurzem eingesperrt.
Hu Jias Frau Zeng steht unter Hausarrest, zusammen mit ihrem neugeborenen Kind. Blogger versuchten, dem Baby Milchpulver zukommen zulassen, was in einer halben Agentenmission letztendlich gelang. Auch Journalisten der TIMES versuchten ohne Erfolg, zu ihr durchzukommen (Video).
Ausführlicher und auf Englisch findet ihr die Geschichte von Hu Jia und seiner Frau in Englisch auf Global Voices Online.
Jacques Rogge, seines Zeichens IOC-Präsident, predigt, dass Boykott keine Lösung ist. Das Einzige was ich da hinein interpretiere: Er hat Angst, dass seine Gelder den Bach runter gehen. Olympia ist vor allem eins: Ein gewaltiges Geschäft. Und die Angst geht um, dass man mit China als Austragungsort gewaltig auf die Nase fliegt. Ich weiß nicht ob ein totaler Boykott die beste Lösung wäre. Beim IOC sehe ich aber nicht man ansatzweise einen Versuch, sich gegen das Regime in China zu stellen.
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Athleten nicht einfach nur zusehen. So wie Degenfechterin Imke Duplitzer es bereits angekündigt hat.