Möhrenfeld

In der Technology Review gibt es einen Artikel mit dem Kryptologen und Sicherheitsexperten Bruce Schneier. Thema ist die aktuelle Sicherheitslage im Bezug auf Terrorismus. Seine Meinung dazu deckt sich größtenteils mit meiner eigenen, nämlich dass die ganzen Aktionen auf den Flughäfen etc. eigentlich nur Show sind und nicht wirklich mehr Sicherheit bringen sondern uns nur das Fliegen erschweren. Viel mehr will ich dazu auch nicht sagen, nur noch zwei Antworten aus dem Text zitieren:

Schneier: Tot ist tot. In den USA haben wir beispielsweise offiziell beschlossen, dass es okay ist, dass wir jedes Jahr 40.000 Verkehrstote haben. WIr könnten diese Zahl deutlich senken, in dem wir strikte Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen würden und Alkohol am Steuer stärker verfolgen, aber wir haben uns eben anders entschieden. Terrorismus sollten wir ganz genauso betrachten. Sicherheit ist, wie ich bereits erwähnte, immer ein Kompromiss.
http://www.heise.de/tr/artikel/77040
Schneier: Die einzige perfekte Abwehrmaßnahme gegen Terrorismus ist, sich nicht terrorisieren zu lassen. Stellen Sie sich eine Sekunde lang vor, den britischen Verdächtigen wäre es gelungen, zehn Flugzeuge in die Luft zu sprengen. Danach gäbe es ein Chaos auf den Flughäfen, Verbote von Handgepäck und Politiker, die ein hartes Durchgreifen fordern. Das ist exakt das gleiche, was wir jetzt erleben. Je mehr wir uns von solchen Terrorszenarien terrorisieren lassen, desto mehr spielen wir Terroristen in die Hände.

Und wenn wir es dann auch noch zulassen, dass wir deshalb unsere Freiheiten und Grundrechte aufgeben müssen, gewinnen die Terroristen sogar, wenn sie vor dem Anschlag geschnappt werden. Im Umkehrschluss gilt: Lassen wir uns nicht terrorisieren, verlieren die Terroristen selbst dann, wenn sie ihr Ziel erreicht haben.
http://www.heise.de/tr/artikel/77040, Hervorhebung von mir

Gerade den hervorgehobenen Teil sollte sich so mancher Politiker mal aufs Programm schreiben, anstatt in blinden Aktionismus zu verfallen. Der ist nämlich nur dazu gut, die Bürgerrechte weiter einzuschränken.

Update:
Und weil es grad so passend ist, gibt es gleich mal neue Forderungen von unseren lieben Politikern:

Auch die geplante Anti-Terror-Datei soll nach den Vorstellungen verschiedener Politiker erheblich ausgebaut werden. Georg Schmid, Staatssekretär im bayerischen Innenministerium, forderte, dass Daten über Beruf, Religion und Auslandsreisen in der Datei gespeichert werden müssen. "Wir brauchen möglichst viele Informationen, die dann auch allen Diensten zur Verfügung stehen müssen", erklärte er in einem Interview mit der dpa. Grundsätzlich laufen die Forderungen aus dem Unionslager darauf hinaus, eine Volltextdatei zu installieren, während in der SPD eine Indexdatei bevorzugt wird. Auch die Oppositionsparteien sind für die Index-Datei, komplettiert mit einer Aufsicht, dass die strikte Trennung von Polizei und Geheimdiensten eingehalten wird.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/77061, Hervorhebung von mir

Ja, jeder darf zu dem Thema mal seinen Mund aufreissen. Ich würd es da eher mit Dieter Nuhr halten.